B2B-Marktplätze im Internet: Worauf achten Unternehmen bei Beschaffung und Vertrieb?

22.06.2016 | Mittelstand 4.0-Agentur Handel

Welche Anforderungen und Wünsche haben Händler und Hersteller beim Vertreiben und Beschaffen von Waren über Onlinemarktplätze? Welche Services erwarten Geschäftskunden in diesem Umfeld? Welche Aspekte sind für vertreibende und beschaffende Unternehmen bei der Wahl eines Onlinemarktplatzes besonders relevant? Mit diesen Themen befasst sich die Kurzstudie „B2B-Marktplätze 2016 – Worauf es wirklich ankommt“. Für die Studie hat das ECC Köln in Zusammenarbeit mit der Koelnmesse GmbH 240 Händler und Hersteller der Eisenwarenbranche befragt.

Die Kernergebnisse im Überblick:

  • Anforderungen an Onlinemarktplätze im Geschäftskundenumfeld werden zunehmend von privaten Shopping-Erlebnissen im Internet beeinflusst.
  • Onlinevertriebs- und -beschaffungsstrategien befinden sich weiter im Auf- und Ausbau.

Private Einkauferlebnisse steuern Erwartung – Benutzerfreundlichkeit ist Topkriterium

Die Anforderungen von vertreibenden und beschaffenden Unternehmen an Onlinemarktplätze im Geschäftskundenumfeld sind mehr und mehr von ihren privaten Einkaufserlebnissen beeinflusst. D. h. Geschäftskunden erwarten auch im B2B-Umfeld zunehmend die gleichen Services und Leistungen, die sie von ihrem privaten Online-Shopping gewohnt sind.

Sowohl für beschaffende also auch für vertreibende Unternehmen sind bei der Wahl eines Onlinemarktplatzes die Benutzerfreundlichkeit im Front- und Backend – also der Benutzeroberfläche für Käufer und Shop-Betreiber – sowie eine ansprechende Optik der Onlineplattform die wichtigsten Aspekte. Sowohl beschaffende als auch vertreibende Unternehmen erwarten von Onlinemarktplatzbetreibern die Bereitstellung eines guten Kundenservice inklusive technischer Unterstützung bei Problemen. Ebenfalls wichtig bei der Wahl eines Onlinemarktplatzes sind eine gute Suchfunktion und ein einfacher Bestellprozess.

Bekanntheit und Reichweite des Onlinemarktplatzes besonders wichtig für den Vertrieb

Neben der Optik und der Benutzerfreundlichkeit ist für vertreibende Unternehmen die Reichweite und Bekanntheit der Onlineplattform im entsprechenden Kundensegment ebenfalls von zentraler Wichtigkeit. Nur durch die Nutzung eines bekannten Marktplatzes können im Onlinevertriebskanal entsprechende Umsätze realisiert werden. Zudem spielen Individualisierungs- und Anpassungsmöglichkeiten für die Produktpräsentation, die Möglichkeit Produktinformationen und Bilddaten steuern zu können und die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Onlinedienstes eine entscheidende Rolle. Der Onlinemarktplatzbetreiber sollte zudem Schnittstellen anbieten, welche eine Anbindung des Marktplatzes an die unternehmensinternen IT-Systeme ermöglicht.

Auch wenn mobile Endgeräte noch keine sehr große Rolle im Beschaffungsprozess von Geschäftskunden spielen, fordern einige vertreibende Unternehmen bereits einen Marktplatz, welcher für mobile Endgeräte optimiert ist. Dies zeigt: Anbieter gehen davon aus, dass Tablet und Smartphone in Zukunft stärker beim Beschaffungsprozess von Geschäftskunden zum Einsatz kommen werden. Für beschaffende Unternehmen hingegen spielt die Optimierung der Markplätze für mobile Endgeräte eher eine untergeordnete Rolle.

Sortimentsvielfalt für beschaffende Unternehmen ausschlaggebend

Es zeigt sich, dass gerade bei der Beschaffung Onlinemarktplätze eher für unregelmäßige Bestellungen zum Einsatz kommen und weniger für (teil-)automatisierte Bestellprozesse. Neben den bereits genannten Aspekten sind für beschaffende Unternehmen auch die Breite und Tiefe des Produktsortiments, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine kurze Lieferzeit von Bedeutung. Geschäftskunden, welche Waren über das Internet beschaffen, legen zudem Wert auf Services wie eine Verfügbarkeitsanzeige und die Auswahl von verschiedenen Zahlungsoptionen.

Fazit: Nutzung von Onlinemarktplätzen bietet für beschaffende und vertreibende Unternehmen großes Potenzial

Geschäftskunden setzen immer stärker bei Vertrieb und Beschaffung auf das Internet. Dabei stellen sie an Marktplätze zunehmend ähnliche Anforderung wie Endkunden. Benutzerfreundlichkeit und eine gute Optik, intelligente Suchfunktionen und verschiedene Zahlungsoptionen sind Topkriterien bei der Wahl eines Onlinemarktplatzes. Vertreibende Unternehmen sollten zudem darauf achten, dass der gewählte Marktplatz eine ausreichende Reichweite besitzt und Zusatzservices wie eine Verfügbarkeitsanzeige anbietet. Die Nutzung von Onlinemarktplätzen bietet gerade für vertreibende Unternehmen eine gute Möglichkeit einen neuen Vertriebskanal mit vergleichsweise geringem Aufwand zu erschließen. Zudem können durch international agierende Onlinemarktplätze neue Kunden leicht erreicht werden und damit neue Absatzmärkte erschlossen werden. Beschaffende Unternehmen profitieren von der höheren Vergleichbarkeit. Zudem kann durch einen Onlinemarktplatz mit entsprechenden Schnittstellen der Beschaffungsprozess gegebenenfalls optimiert werden.

Quelle: B2B-Marktplätze 2016: Worauf es wirklich ankommt, ECC Köln in Zusammenarbeit mit Koelnmesse GmbH, 2016, URL: http://www.ifhkoeln.de/blog/details/b2b-marktplaetze-2016-worauf-es-wirklich-ankommt/